Einen Bachlauf anlegen

17th März, 2011 - Posted by Manon - No Comments

Es war schon immer mein Traum Wasser im Garten zu haben. Ich weiß das ist recht aufwendig aber jetzt wo wir das Haus renoviert haben, haben wir ja Zeit! Natürlich muss ich mir zuerst genau überlegen, in welcher Form ich Wasser in meinen Garten bringen will. Soll es ein naturnaher Teich sein, in dem Frösche quaken und wo sich anderes Getier tummelt? Oder möchte ich einen Teich mit edlen Koi darin? Vielleicht sollen ja keine Fische darin schwimmen, sondern wir? Also einen Schwimmteich anlegen? Nein, ich habe mich für etwas anderes entschieden. Ich möchte einen Teich am Ende eines kleinen Bachlaufs, der sich romantisch durch unsere Wiese schlängelt. Der im Sommer schön frisch plätschert und der ein wenig Leben in den Garten bringt. Also frisch ans Werk!

Was braucht ein Bachlauf?

uferbefestigung mit Steinen
Creative Commons License photo credit: Genista

Zunächst braucht der Bach natürlich eine Quelle und einen kleinen Teich am Ende. Dazwischen braucht er ein paar Staustufen, damit die Pumpe nicht ständig laufen muss und der Bach trotzdem nie ganz austrocknet. Und natürlich funktioniert das Ganze nur, wenn der Bach ein wenig Gefälle hat. Da der kleine Wiesenbach möglichst natürlich aussehen soll, hat er verschiedene Breiten. Mal ist er schmal, mal etwas breiter. Das bekommt man am besten mit Teichfolie hin. Die ist flexibler als vorgefertigte Schalen. Wir haben schon von Natur aus ein leichtes Gefälle im Garten, so dass ich mir darum keine Gedanken machen musste. Insgesamt acht Meter lang und 25 bis 50 Zentimeter breit soll er werden, mein Bach. Bei 20 Zentimeter Tiefe fasst er dann schon 350 bis 400 Liter Wasser, die man im Sommer sicher immer mal wieder nachfüllen muss. Was braucht man noch?

  • PVC Teichfolie 0,5 bis 1 mm (die sollte so berechnet werden, dass sie ca. 25 cm an beiden Seiten des Bachlaufs übersteht. Bei der Länge auch alle Windungen und Kurven des Bachs mit einrechnen! Am besten mit einer Schnur im geplanten Bachlauf Maß nehmen.)
  • 1 Bachlauf-Pumpe (dabei die Förderhöhe zur Quelle beachten! Lieber zu groß als zu klein wählen denn ist die Pumpe zu schwach, tröpfelt das Wasser nur so vor sich hin statt schön zu plätschern.)
  • Teichschlauch zur Rückführung des Wassers aus dem Teich zur Quelle
  • Sand und Vlies (ebenso lang wie die Teichfolie)
  • Mengenweise Flußkiesel und Steine in verschiedenen Größen

Bauanleitung für den Bachlauf

Zuerst muss man den späteren Verlauf des Bachs ganz genau festlegen. Das kann man mit Schnüren machen oder man kann Steine als Randbegrenzung auslegen. Sand eignet sich auch als Markierung. Wenn man sich dann einen schönen Platz (am besten schattig, damit das Wasser im Sommer nicht zu schnell verdunstet) ausgesucht hat, kann man auch schon damit anfangen, Grassoden abzustechen und die Erde auszuheben. Besonders natürlich wirkt der Bachlauf, wenn man breitere und schmalere Stellen abwechselt. Mal ist das Wasser etwas tiefer, mal etwas flacher. Kurven sollten nicht zu spitz angelegt werden, denn in der Natur gibt es nur sanfte Windungen.

Damit die Teichfolie geschützt ist und nicht durch spitze Steine oder Wurzeln durchlöchert wird, muss man alles, was scharfe Kanten haben könnte, beim Aushub der Erde möglichst vollständig entfernen. Danach kommt eine ca. fünf cm dicke Schicht Sand in den Bachlauf, darüber das Vlies und auf dieses weiche Bett drapiert man dann die Teichfolie. Dabei sollte man darauf achten, dass man die Folie möglichst glatt und faltenfrei auslegt. Am Rand muss die Folie mit dicken Steinen beschwert werden, damit sie nicht verrutschen kann.
Vergessen Sie auch nicht, Ihre Staustufen (max. 10 bis 20 cm Höhenunterschied) und den kleinen Teich am Ende einzubauen! Der Teich beherbergt die Pumpe, die Bewegung in den Bach bringt. Am besten versteckt man sie unter wenigen großen Steinen, damit sie im Winter leicht heraus zu nehmen ist.
Von der Pumpe aus verlegt man nun den Rücklaufschlauch nach oben zur Quelle. Den kann man ganz gut unter der Teichfolie am Rand des Bachs verstecken. Für die Quelle kann man entweder einen eigenen Quellstein nehmen, aus dem das Wasser plätschert oder man versteckt das Ende des Schlauchs zwischen Steinen und Pflanzen, so dass es unauffällig in den Bach fließt.

Besonders wichtig ist die Randzone des Bachs. Damit kein Wasser austreten kann, macht man am Rand einen kleinen Wall aus Erde und Steinen, an dessen Ende die Folie senkrecht aufgestellt wird, um eine Kapillarwirkung zu vermeiden. Die überschüssige Folie abschneiden und den Rand mit Kieseln und Steinen bedecken.

Damit es am Ende auch richtig schön natürlich aussieht, braucht der Bach hier und da eine Sumpfzone, in der hübsche Blumen blühen. Dazu erweitert man das Bachbett an einigen Stellen etwas und legt eine flache treppenförmige Stufe aus Gittersteinen oder Natursteinen an. Die flachen Stellen mit Erde befüllen und mit Sumpfpflanzen begrünen.

Wenn man das geschafft hat, kann man endlich ans Gestalten und Pflanzen gehen. Ein wenig Geduld braucht man noch, denn bis die Uferzone schön bewachsen ist, dauert es ungefähr ein Jahr. Damit nicht der ganze Bach verschlammt, setzt man die Pflanzen in Körben oder Taschen ein. Diese mit Erde befüllen und bepflanzen und am Boden des Bachs mit Steinen oder Kieseln beschweren. Die Uferzone und die Sumpfzone mit entsprechenden Blumen bepflanzen. Am schönsten ist es, wenn in jeder Jahreszeit etwas blüht. Am besten lässt man sich dazu im Gartencenter beraten.

Nun wünsche ich Ihnen viel Erfolg beim Anlegen Ihres eigenen Bachlaufs!

Ihre Manon B.

Posted on: März 17, 2011

Filed under: Allgemein

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